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Bausatzvorstellung - Bandai Millenium Falcon "Perfect Grade"

Oktober 2018 - Revell schickt eine in Fankreisen äußerst überraschende Pressemeldung aus und verkündet die Zusammenarbeit mit Bandai, um deren Star-Wars-Modellreihe offiziell nach Europa zu bringen.

Die Zusammenarbeit konzentriert sich derzeit auf die Raumschiff-Modelle. Beginnend mit Dezember 2018 werden in Wellen die derzeit in Japan erhältlichen Modelle veröffentlicht.

Begonnen wird mit einem der bekanntesten und beliebtesten Raumschiffe des Star Wars Universums: dem Millenium Falken im Maßstab 1/72.

Perfect Grade Millenium Falcon - Boxart - © Revell / Bandai
© Revell / Bandai

Um die Qualität dieses Bausatzes beurteilen zu können, ein kurzer geschichtlicher Exkurs: Die Effekte der Science-Fiction Filme basierten in der Prä-Computer-Zeit ausschließlich auf realen Modellen. Hierbei wurde meist ein Grundkorpus erstellt, auf dießen dann mit Einzelteilen aus Modellbausätzen und Plastikstücken die Details herausgearbeitet wurden. Diese Technik wird allgemein als "Kitbashing" bezeichnet.

Für Episode 4 (1977) wurde ein Modell mit einer Gesamtlänge von rund 1,7 m angefertigt, in Fankreisen bekannt als "5-Footer". Für Episode 5 (1980) wurden zusätzlich noch 3 weitere und vor allem kleinere Modelle angefertigt, um dieses Raumschiff dynamischer in Szene setzen können. Diese hatten eine Größe von ca. 80cm, ca. 25cm und ca. 5cm.

Auf Grund der Bauweise, dem Kitbashing, konnten die Details in den unterschiedlichen Größen nicht exakt nachgebaut werden und somit unterscheiden sich diese Modelle teilweise massiv voneinander. Will man aber eine Replik des Episode 4 Falken nachbauen, so kann man sich problemlos am 5-Footer orientieren.

Bandai hatte die große Ehre, im Rahmen von zwei Vor-Ort-Besuchen auf der Skywalker Ranche den 5-Footer genauestens studieren, fotografieren und scannen zu können. Auch altersbedingte Änderungen wurden im Großen und Ganzen berücksichtigt. Mit Hilfe modernster Computerprogramme ist es ihnen gelungen, eine großartige Replik dieses Modells im Maßstab 1/72 anbieten zu können.

Der hier vorliegende Bausatz entspricht der im August 2017 in Japan veröffentlichten limitierten Version. Diese enthält neben dem eigentlichen Bausatz auch eine kleine Ätzteilplatine (11 Teile) und ein Beleuchtungsmodul.

Der Bausatz besteht aus über 680 Plastik-Einzelteilen. Mit dem Beleuchtungsmodul werden die Triebwerke, das Cockpit, die Geschütztürme und die Laderampe beleuchtet.
Mit den Ätzteilen können die Gitterelemente noch detaillierter dargestellt werden. Deren Verwendung stellt auch Anfänger vor keine großen Probleme.

Enthalten sind 6 sitzende Figuren, deren Posen sehr statisch sind. Wohl das einzige, was an diesem Bausatz bemängelt werden könnte. Der Zurüstmarkt bietet aber für Perfektionisten sehr ansehnliche Alternativen an.

Etwas Bemerkenswertes, dass typisch für die Star Wars-Modelle von Bandai ist: Der Kleber kann in der Schublade bleiben. Arbeitet man beim Abtrennen der Bauteile exakt, fügen sich diese perfekt zu einem großen Ganzen zusammen. Alles hält perfekt und nichts sitzt lose. Laderampe und Fahrwerk können "gesteckt" werden, so dass auch nach Fertigstellung jederzeit zwischen "Flug-" und "Landeposition" gewechselt werden kann. Ideal für Ausstellungen. Ein schlichter schwarzer Ständer hält das Modell auch im Flugmodus in dynamischer Position.

Die modulare Bauweise unterstützt den Modellbauer bei der Bemalung. Bemalt man einzelne Komponenten separat, so erspart man sich eine Menge Maskierarbeiten und die eigentlich wunderbaren Flächen-Decals können auf dem Bogen bleiben.

Die 60-seitige Anleitung entspricht dem Original und erklärt anhand von anschaulichen Risszeichnungen und Ergänzungen in japanischer und englischer Sprache die einzelnen Arbeitsschritte. Lediglich bei den Farbangaben hält sich Bandai sehr vage und der Modellbauer muss sich selbst an die richtigen Farbtöne herantasten.

Ein kleiner Tipp:
Das von Bandai verwendete Plastik verträgt sich nicht mit "aggressiven" Lösungsmitteln. Es treten in solchen Fällen Risse und Brüche auf. Ich verwende ausschließlich Acrylfarben und beim Alterungsprozess mit Ölfarben eine sehr milde Verdünnung ("Odourless White Spirit") und hatte bis dato noch keinerlei Probleme.

Perfektionisten werden einige wenige Bauteile durch Aufbohren noch verbessern und Puristen werden einige Details im Bereich des Cockpits, des Triebwerks und des Ganges bei der Laderampe bemängeln.

Aber zusammengefasst ist dieser Bausatz an Perfektion und Detailverliebtheit kaum zu überbieten.
Er mag zwar hochpreisig sein, ist aber definitiv jeden Cent wert.

An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an Revell und Bandai für diese Kooperation. Ich freue mich schon auf die kommenden Modelle.

Perfect Grade Millenium Falcon - Detailshot - © Revell / Bandai
© Revell / Bandai

Perfect Grade Millenium Falcon - Detailshot - © Revell / Bandai
© Revell / Bandai

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