Flow-Rate bei FDM-Druckern

Die Flowrate (Flussrate) ist eine wichtige Einstellung beim FDM-3D-Druck. Sie bestimmt, wie viel Filament der Drucker während des Druckens extrudiert.

 Ist die Flowrate zu hoch, kann zu viel Material aufgetragen werden. Ist sie zu niedrig, entstehen möglicherweise Lücken zwischen den Drucklinien.

Mit einem einfachen Testwürfel und einem Messschieber lässt sich die Flowrate überprüfen und anpassen. Ich zeige dir, wie ich dabei vorgehe, wie die Berechnung funktioniert und worauf du achten solltest.

Was ist die Flowrate?

Die Flowrate – auf Deutsch Flussrate – bestimmt, wie viel Filament der Drucker während des Drucks durch das Hotend fördert.

Sie beeinflusst unter anderem die tatsächliche Linienbreite und damit die Maßhaltigkeit und Oberflächenqualität eines Drucks. Der passende Wert hängt dabei nicht nur vom Drucker, sondern auch vom verwendeten Filament und den jeweiligen Einstellungen ab.

Für mich gehört die Flowrate deshalb zu den wichtigsten Einstellungen, wenn ich die Druckqualität eines FDM-Druckers optimieren möchte.

Was passiert bei einer falschen Flowrate?

Ist die Flowrate zu hoch eingestellt, wird mehr Material als vorgesehen extrudiert. Das kann zu unsauberen Oberflächen, Materialüberschüssen und Maßabweichungen führen.

Bei einer zu niedrigen Flowrate wird hingegen zu wenig Material gefördert. Dadurch können Lücken zwischen den Drucklinien entstehen und die Stabilität des Druckobjekts leiden.

Eine richtig eingestellte Flowrate hilft dabei, eine gleichmäßige Extrusion und eine saubere Druckqualität zu erreichen.

Wie wird die Flowrate eingestellt?

Die Flowrate lässt sich relativ einfach überprüfen. Dafür drucke ich einen Testwürfel mit definierter Wandstärke und messe anschließend die tatsächliche Wandstärke mit einem möglichst präzisen digitalen Messschieber.

Für den Test drucke ich beispielsweise einen Würfel mit 30 × 30 × 30 mm und den folgenden Einstellungen:

  • Nur 2 Wandlinien
  • Als Linienbreite empfiehlt sich ein Wert von 120% der Düsendurchmessers, also 0,48 mm bei einer 0,4 mm Düse.
  • Dazu 0% Infill und keine Boden- und keine Deckschichten.

Mit diesen Einstellungen wird dann ein, innen hohler Würfel mit einer Wandstärke von 0,96 mm gedruckt. 

Man misst nun die tatsächliche Wandstärke (bei mir waren es beispielsweise 0,88mm)

Flowrate berechnen – Formel und Beispiel

Die Flussrate wird nun berechnet mit der Formel: 

Neuer Fluss = (Wandstärke Soll / Wandstärke gemessen) * Aktueller Fluss

Oder hier mit praktischen Werten

(0,96 / 0,88) * 100 = 109% neue Flowrate.

Das ist nun der zu verwendende Wert bei der Flussrate im Slicer.

Hinweis: Die Messung der Wandstärke ist eine einfache Möglichkeit, die Flowrate näherungsweise einzustellen. Je nach Slicer, Druckprofil und Filament kann das Ergebnis etwas abweichen. Ich verwende den berechneten Wert deshalb als Ausgangspunkt und überprüfe anschließend die Druckqualität an einem weiteren Testdruck.

Was passiert bei einer falschen Flowrate?

Kleiner Tipp 

Ich überprüfe die Flowrate gerne bei neuen Filamenten, besonders wenn ich den Hersteller oder das Material wechsle. Auch unterschiedliche Farben können sich beim Drucken etwas anders verhalten.

Der Test ist schnell erledigt und kann helfen, Probleme mit der Druckqualität frühzeitig zu erkennen. Gerade wenn die Flowrate deutlich vom optimalen Wert abweicht, kann eine Anpassung einen großen Unterschied machen.

 

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