Nach einigen Monaten des Betriebes möchte ich euch empfehlenswerte Tipps und Drucke zeigen.
Einleitend möchte ich sagen, dass ich aus vielerlei Gründen sehr sehr zufrieden mit dem Snapmaker U1 bin. Die Grundsätzlichen Bedenken bezüglich Kickstarter hat die Firma Snapmaker durch permanente und offene Kommunikation verschwinden lassen. Versprechungen wurden eingehalten und oft auch übertroffen. So habe ich den Drucker 2 Wochen früher als versprochen erhalten, und das Cover ganze 7 Wochen früher.
Ja auf das Cover musste man warten, und viele waren deswegen unzufrieden. Aber um 150 Euro habe ich nun einen Deckel mit Lüftung und einem Luftfilter. Und es sieht top aus.
Der Snapmaker U1 ist bei mir mittlerweile regelmäßig im Einsatz. Meinen Einstieg, die ersten Erfahrungen und warum ich mich überhaupt für diesen Drucker entschieden habe, findest du in meinem ausführlichen Erfahrungsbericht zum Snapmaker U1.
Was mit dem Drucker in der Praxis möglich ist, zeige ich außerdem bei meinen Drucken mit dem Snapmaker U1. Auf dieser Seite sammle ich dagegen laufend Tipps, sinnvolles Zubehör, Verbesserungen und Erfahrungen, die sich bei mir im täglichen Einsatz bewährt haben.
Meine ersten Erfahrungen und Tipps
Die ersten Drucke standen ganz im Zeichen des Probierens von Multicolour-Drucken. Ideal dafür geeignet sind Pokemon und Super Mario Figuren für meinen Sohn. Eine Auswahl der Drucke findest du unter Drucke mit dem Snapmaker U1. Die Qualität ist selbst bei den Standardeinstellungen (0.2mm Schichthöhe, Standard) sehr beeindruckend. Was ich dabei noch mitgeben möchte:
- Den Prime-Tower bei Multicolour immer verwenden. Viele Menschen wollen diesen einsparen, aber der Qualitätsverlust ist enorm.
- Warum ist das so wichtig: Die Düsen bleiben im warmen Zustand, und Filament rinnt aus der Düse (das ist eigentlich völlig normal), und mit dem Primetower, wird dieses überschüssige Material vor dem eigentlichen Druck entfernt.
- Sobald man die Druckplatte aus dem Drucker entfernt, sollte vor dem nächsten Druck ein Bed-Leveling gemacht werden.
- Nur ein gut kalibrierter Drucker liefert auch gute Ergebnisse. Und im Gegensatz zum Ender 3 Pro bietet der Snapmaker U1 viele Automatismen die dahingehend unterstützen.
- Das Thema Kalibrierung gilt natürlich für alle anderen Ereignisse auch. Verschiebt man den Drucker, stellt etwas drauf, setzt ein Cover drauf, oder verändert sonst irgendwie das Setup, ja dann sollte man eine erneute Kalibrierung durchführen und sich nicht stundenlang über schlechte Qualität ärgern.
Welches Zubehör habe ich gekauft?
Snapmaker U1 Top Cover
Auf das Top Cover musste ich etwas länger warten, mittlerweile ist es aber bei mir angekommen und im Einsatz. Für rund 150 Euro bekommt man nicht einfach nur einen Deckel für den Drucker, sondern ein geschlossenes Cover mit Lüftung und Luftfilter.
Die Verarbeitung und Optik gefallen mir sehr gut und das Cover fügt sich sauber in das Design des U1 ein. Für mich war vor allem wichtig, den Drucker damit bei Bedarf geschlossen betreiben zu können.
Mit den Standardeinstellungen ist mir das Cover bei Drucken mit PLA-Filament allerdings etwas zu laut. Ich habe die Lüfterleistung deshalb von 60 % auf 40 % reduziert. Das lässt sich bequem direkt am Drucker oder über die Handy-App einstellen. Der Lüfter ist damit nicht mehr störend hörbar.
Wie sich das Top Cover langfristig im Alltag bewährt und welchen Einfluss es beispielsweise auf Temperatur, Lautstärke und unterschiedliche Materialien hat, werde ich hier nach und nach ergänzen.
Cold Plate von Biqu
- Das Argument das man durch geringere Bett-Temperatur Stromsparen kann, hat mich dazu gebracht, der Cryoplate von Biqu eine Chance zu geben.
- Für PETG habe ich noch keine optimale Temperatur gefunden, aber Drucke mit PLA sind nun bei einer Betttemperatur von 45 Grad perfekt (auch ohne Brim)
USB-Lüfter von Nocuta für die Steppermotoren
- auch wenn es laut Hersteller nicht notwendig ist, haben mich die Temperaturen der Stepper Motoren etwas "unrund" gemacht.
- Bestellt wurde der Lüfter "Noctua NF-A4x10 5V PWM" und angeschlossen über den USB-Port auf der Rückseite des Druckers. Damit läuft der Lüfter wenn der Drucker läuft.
- Als Gehäuse wurde dieses hier "Snapmaker U1, cover for external fan for X,Y stepper driver" gedruckt und mit doppelseitigem Klebeband am Gehäuse befestigt.
- Davor hatten die Steppermotoren zwischen 100-110 Grad. Nun sind es zwischen 50-60 Grad.
Neuer Lüfter für das Netzteil
- Einer der lautesten Lüfter im Snapmaker U1 ist jener für das Netzteil. Diesen zu tauschen ist sehr einfach.
- Ich habe einen Lüfter der Firma Sunlon dafür verwendet: SUNON 24V 0,96W 60x60x15mm
- und damit ich jederzeit tauschen kann habe ich noch passende Stecker dazu genommen: JST-PH 2.0 Stecker- und Buchsenanschlusskabel
- Snapmaker selbst bietet eine ausführliche Anleitung zum Tausch des Lüfters auf seiner Homepage an: Cooling Fan Replacement Guide
- Der Unterschied in der Lautstärke ist in diesem Bereich enorm
Welches Gedrucktes Zubehör kann ich empfehlen?
Wenn ich gefragt werden würde, "He, was würdest du unbedingt für den Drucker selbst drucken", würde ich diese 3 Dinge empfehlen
Schraubenschlüssel zur Bettnivellierung
Neben dem automatischen Bettleveling kann es zu Beginn (oder wenn der Drucker an einem anderen Ort gestellt wird) hilfreich sein, das Bett manuell auszurichten. Um das zu erleichten, hat die Community passende "Schraubenschlüssel" entworfen
Beispiele:
- Snapmaker U1 Schraubenschlüssel zur Bettnivellierung
- Snapmaker U1 Ausrichthilfe für manuelle Bettnivellierung
Werkzeugkasten
Das mitgelieferte Werkzeug ist "ab Werk" eigentlich nicht verstaubar, und man muss sich da was überlegen. Ich habe mir eine passende Box gedruckt.
Es gibt aber auch eine "interne" Lösung, wenn man das Werkzeug wirklich beim/im Drucker haben möchte
Unterbau
Nachdem ich mit der Cold Plate mittlerweile mehrere Bauplatten im Einsatz habe, stellte sich für mich die Frage: „Wie verstaue ich das alles sinnvoll?“
Bei der Recherche auf www.makerworld.com bin ich auf ein vollmodulares Konzept gestossen, das ich hier nun empfehlen möchte.
Ich habe das Konzept eigentlich so gedruckt, wie auf dem Screenshot ersichtlicht. Mit 3 Schubladen vorne, eine Schublade auf der Seite und dem Plattenhalter.
Die Ecken habe ich mit stärkeren Einstellungen in PETG gedruckt, den Rest in PLA.
Und der Komfortgewinn ist enorm. Alles kann sauber verstaut werden, die Platten haben einen Sicheren Platz. Noch dazu steht der Drucker jetzt höher, wodurch sich die Polydryer-Boxen optimal verwenden lassen.
ich kann es nur empfehlen.
Polydryer Boxen
Als ich den Drucker bestellte, habe ich gleich die Polydryer Boxen mitbestellt. Bei diesen Boxen ist aber das Problem, dass die Führung raus der Box nach vorne bzw. Oben zeigt. Das ist extrem unpraktisch wenn man den Hygrometer im Auge behalten will.
Nach langem Suchen habe ich endlich etwas gefunden, das hier hilft.
https://makerworld.com/de/models/2268801-polymaker-polydry-rear-humidity-meter-mount
Ist ein Adapter, dass man den Hygrometer alleinstehend nach hinten zeigend montieren kann. In PETG gedruckt löst es das Problem der falschon Orientierung.
Top Cover
Das Top Cover an sich ist eine sinnvolle, hochwertige und Schöne Erweiterung für den U1. Nachdem ich gerne die Temperatur ablese, habe ich diese Hygrometer-Halterung gedruckt:
https://makerworld.com/de/models/3188932-snapmaker-u1-topcase-hygrometer-halter-honeycomb
Ob man die 4 Waben extra noch braucht, muss jeder für sich selbst entscheiden, aber ein Hygrometer an dieser Stelle ist eine sinnvolle Erweiterung aus meiner Sicht.
Filament richtig einstellen
Der Snapmaker U1 liefert bereits sehr gute automatische Kalibrierungsfunktionen. Wer bei bestimmten Filamenten noch etwas mehr aus der Druckqualität herausholen oder Probleme wie Stringing und ein unsauberes Druckbild beheben möchte, kann die Einstellungen zusätzlich optimieren.
Wie ich dabei vorgehe und welche Kalibrierungsdrucke sich wirklich lohnen, zeige ich euch unter Filamentkalibrierung beim Snapmaker U1.
So sieht aktuell mein Setup aus

Mein Fazit nach den ersten Monaten
Der Snapmaker U1 hat sich bei mir mittlerweile als zuverlässiger Alltagsdrucker etabliert. Viele der hier beschriebenen Änderungen sind keine zwingend notwendigen Umbauten, sondern Dinge, die den Drucker für meinen persönlichen Einsatz komfortabler oder leiser machen.
Besonders wichtig sind für mich nach wie vor eine saubere Kalibrierung und die richtigen Einstellungen für das verwendete Material. Diese Seite werde ich deshalb laufend um neue Erfahrungen und Tipps ergänzen.
Welche Filamente ich aktuell verwende und welche Marken sich bei mir bewährt haben, findest du in meinen "Filamenttipps aus der Praxis".